Jeder kennt diese Situation: Ihr Gesprächspartner ist Ihnen fremd oder zumindest nicht gut bekannt. Trotzdem möchten Sie gut ins Gespräch starten. Smalltalk ist der geeignete Türöffner.

Smalltalk bedeutet ein lockeres, beiläufiges Gespräch zu führen. Umgangssprachlich auch als Plauderei oder Schwätzchen bekannt, löst diese Art der Unterhaltung bei vielen Menschen Unbehagen aus. Was soll ich sagen? Womit kann ich einen guten Eindruck hinterlassen? Wie wirke ich auf mein Gegenüber?

Tatsächlich kann eine solche Situation bei nicht geübten Menschen schnell zu Panik oder schweißnassen Händen führen – was die Situation meist noch verschlimmert. Dabei kann Smalltalk im besten Fall eine Tür zu einer anderen Ebene öffnen und den Weg zu einem tollen Gespräch ebnen.

Business Smalltalk

Oft lassen sich solche unangenehmen Situationen im privaten Bereich vermeiden. Bekannte und Freunde befinden sich in der Nähe und erleichtern den Gesprächsaufbau. Auch eine Flucht mit den Worten „Ich muss mal auf die Toilette“ oder „Ich hole mir schnell was zu trinken“ ist auf Partys sehr beliebt.

Im Geschäftsleben lassen sich Gespräche mit uns unbekannten Personen nicht immer vermeiden beziehungsweise sind in manchen Jobs sogar alltäglich. Dies kann die Unterhaltung mit einem Vorgesetzten sein, der Gesprächseinstieg mit einem neuen Kunden oder die erste Woche im neuen Büro. Je nach Branche kann der Business Smalltalk auch eher locker gehalten werden, jedoch gelten hier trotzdem die üblichen Benimm-Regeln. Erinnern Sie sich stets daran, mit wem Sie die Unterhaltung führen!

Körpersprache nicht vergessen

Bevor ich Ihnen vier Tipps verrate, wie Sie in Zukunft ohne Bauchschmerzen einen entspannten Gesprächsstart schaffen, dürfen Sie auch die eigene Körpersprache nicht vergessen.

Achten Sie vor allem auf Ihre Hände und Arme. Verschränkte Arme signalisieren eine Abwehrhaltung und bauen eine unsichtbare Mauer zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner auf. Nervös mit einem Kugelschreiber zu klicken oder die Hände gar in den Hosentaschen verschwinden zu lassen wirkt unsicher und ggf. zu lässig.

Ein sicherer Stand ist ebenfalls zu empfehlen. Knicken Sie nicht ein, machen Sie sich groß! Stehen Sie aufrecht, um Selbstbewusstsein auszustrahlen.

Die Körperhaltung ist ein entscheidender Faktor. Foto: Pixabay.

Die Körperhaltung ist ein entscheidender Faktor. Foto: Pixabay

1. Smalltalk lernen

Unser erster Tipp ist zwar offensichtlich, wird aber trotzdem oft nicht umgesetzt. Die Art und Weise, wie Sie ein lockeres Gespräch führen, können Sie erlernen! Nehmen Sie sich die Zeit und üben Sie mit Freunden oder Familienmitgliedern, die bereits Erfahrung mit Smalltalk haben.

Auch wenn es sich anfühlt als würden Sie Theater spielen: Die wiederholte Übung, ein Gespräch zu eröffnen oder zu leiten, kann Ihnen dauerhaft helfen, sich in diesen Situationen wohler zu fühlen. Absolvieren Sie ein regelrechtes Smalltalk-Training. So werden Sie merken, wie sich eine gewisse Routine einstellt.

2. Vorbereitung ist alles

In der Regel wissen Sie vorher, dass Sie in nächster Zeit in die Situation kommen, einen Smalltalk zu halten. Daher sollten Sie sich auf diese Situation vorbereiten. Stellen Sie sich vorab folgende Fragen:

  • In welchem Rahmen befinde ich mich? (z. B. Firmenveranstaltung, Fortbildung, Event für Neukunden, etc.)
  • In welcher Rolle bin ich vor Ort und wer ist mein Gegenüber?
  • Welchen Eindruck möchte ich hinterlassen?

Behalten Sie diese Antworten stets im Hinterkopf!

3. Gesprächsthemen finden

Damit Sie nach dem üblichen „Ganz schön kalt geworden.“ oder „Die Sonne macht doch direkt gute Laune.“ auch noch mehr zu sagen haben, sollten Sie sich vorher ein paar passende Gesprächsthemen – passend zum Anlass – zurechtlegen. Dabei gibt es verschiedene Wege, um die richtige Inspiration zu finden:

  • Weltnachrichten/Wissens-Podcast: Vorher kurz die Schlagzeilen der gängigen Medien checken oder Radio hören. Wahlweise gibt es auch eine Reihe von kurzen Podcasts (ca. 5 Minuten), welche über die Themen des Tages informieren.
  • Branchen-News: Eine kurze Recherche über die neuesten Entwicklungen der eigenen Branche kann zu einem Aha-Effekt beim Gegenüber führen.
  • Unnützes Wissen/Twitter-Trends: Lustiges und Skurriles kann dabei helfen, einen humorvollen Einstieg ins Gespräch zu finden (empfiehlt sich allerdings eher bei Personen, die man bereits etwas besser kennt).

4. Fühlen Sie sich wohl

Sorgen Sie durch die Themenauswahl dafür, dass Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen. Versuchen Sie Themen zu meiden, bei denen Sie nur auf ein gefährliches Halbwissen zurückgreifen können oder kommunizieren Sie dies direkt ganz offen. Anderenfalls kann es schnell peinlich werden.

5. Positive Themen und Fettnäpfchen meiden

Wenn Sie Ihr Gegenüber noch nicht gut oder gar nicht kennen, sollten Sie hauptsächlich von positiven Dingen sprechen. So schaffen Sie direkt ein angenehmes Gesprächsklima. Keiner spricht gerne mit Miesmachern!

Außerdem sollten Sie um gewisse Themen einen großen Bogen machen. Beim Smalltalk können Sie schnell in ein Fettnäpfchen treten, wenn es um Themen wie Religion, Politik oder Gerüchteküche geht. Auch negative Äußerungen über andere Kollegen sollten Sie stets vermeiden. Sie wissen nie, wen Ihr Gegenüber alles kennt.

Fazit

Am Anfang eines Gesprächs hilft Smalltalk, um mit seinem unbekannten Gegenüber auf eine andere Gesprächsebene zu gelangen. Hierbei sollten Sie zunächst mit oberflächlichen Themen beginnen und erst nach und nach inhaltlich tiefer in das Gespräch einsteigen. Smalltalk kann gelernt werden. Fangen Sie heute damit an, meine Tipps umzusetzen!

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.