In guten wie in schlechten Zeiten: Imagewerbung und implizites Vorgehen sind nicht zu unterschätzen! Stärken Sie in der Krise Ihre Glaubwürdigkeit, um Ihre Kundenbeziehung nachhaltig zu vertiefen.

Die Zukunft hat begonnen. „Nichts für Schönwetterkapitäne“, nennt Dr. Ralf Strauß, Präsident des Deutschen Marketingverbandes, die Situation in einem Interview auf der Online-Plattform absatzwirtschaft.de. Denn Unternehmen müssen zwangsläufig ihre Marketingstrategien überdenken und neue Wege gehen. Auch mal „in rauen Gewässern steuern“ – denn die Zukunft hat spätestens mit Corona richtig begonnen.

Wir zeigen Ihnen in welchen Bereichen ein angepasster Markenauftritt sinnvoll ist und wie Sie dabei authentisch und nahbar bleiben – somit wird Ihre Marke zum Tröster. Mit diesen 5 Ideen stärken Sie auch in Krisenzeiten Ihre Glaubwürdigkeit und Sympathiewerte:

1. Portfolio: Passen Sie das Angebot der aktuellen Situation an

Immer noch ist das soziale Leben reguliert und die Menschen sehnen sich nach Kontakt. Betonen Sie Ihre Stärken und stellen sie die Dinge im Portfolio heraus, die Gemeinschaft versprechen. Im Moment läuft eine Sonderkonjunktur. Sie können ins Relevant Set der Kunden rutschen.

Was neue Technologien angeht, so ist derzeit das Publikum wahrscheinlich offener denn je.

So hat sich beispielsweise ein „Bücherwurm“, der nur das haptisch ansprechende Papierexemplar bevorzugt hatte, während des Lockdowns an das Lesen mit dem E-Reader gewöhnt.

Haben Sie Produkte, die derzeit ein Schattendasein führen aber gerade jetzt relevant sein könnten? Dann vermarkten sie die offensiv. Das gilt sowohl für Online-Lösungen, die bislang nur schwer zu vermarkten gewesen sind, als auch für klassische Produkte. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dies anzuschieben.

So kann man tatsächlich noch Neukunden gewinnen, die möglicherweise auch nach der Corona-Krise dem Produkt treu bleiben.

2. Mitarbeiter: Authentische Testimonials für Ihre Marke

Nutzen Sie ihre Mitarbeiter als Werbebotschafter („Unser Team ist Tag und Nacht im Einsatz“). Das schafft Empathie und Sympathie. Verbunden mit einer Narration (ein Mitarbeiter berichtet über seinen Tagesablauf; etwas Besonderes ist passiert) kann dies sogar zu einer unterhaltsamen Geschichte/kleinen Reportage ausgebaut werden.

Sie helfen dem Profil der Marke als Arbeitgeber und sie dienen als Motivation und Würdigung für die Leistung der eigenen Mitarbeiter.

3. Online: Interaktion anregen

Nutzen Sie die Online-Kanäle wie es geht, um Beziehungen zu intensivieren und zu stärken, womöglich um neue aufzubauen. Entwickeln Sie neue Anlässe, Ihr Produkt zu nutzen und kommunizieren sie die.

Verschieben Sie die Produkt-USP in den aktuellen gesellschaftlichen Rahmen.

Heben Sie die Funktionen Ihrer Produkte heraus, die in der derzeitigen Lage interessieren. Also: Nicht die tolle Handy-Kamera in den Vordergrund stellen, sondern die Konnektivität und das daraus entstandene Gruppenerlebnis.

4. Verkaufsförderung: Schaffen Sie Anreize

Blitzverkäufe, Gewinnspiele und anderes sind Marketing-Instrumente, die Anreize für den Kunden schaffen. Kombiniert mit einer funktionierenden und schnellen Vertriebslogistik lassen sich so womöglich Verluste ausgleichen.

Denn in Corona-Zeiten überflügelt das Online-Geschäft immer noch das klassische (und nur langsam in Gang kommende) Ladengeschäft.

5. Zahlungsbedingungen: Zeigen Sie Verständnis

Wenn Sie es sich leisten können, dann stunden sie die Zahlungen Ihrer Kunden. Autokonzerne machen dies derzeit vor; so wird die Marke mit einer positiven Konnotation beim Kunden verbunden, der sicherlich sehr dankbar sein wird.

Großzügigkeit in der Gegenwart bringt Treue in der Zukunft: die Marke als Retter.

Fazit

Wann die Corona-Krise endlich komplett überwunden sein wird und wie die Rahmenbedingungen für ein operationales Marketing dann aussehen, lässt sich aktuell nur schwer absehen. Eines aber scheint klar zu sein: Auge und Ohr nah am Markt, haben die Unternehmen die größten Aussichten auf Erfolg, die sich nicht von der aktuellen Störung, Unsicherheit und Komplexität verschrecken lassen.

 

Markus Grenz

Von Markus Grenz

Als Journalist ein Exot bei der Funke Media Sales. Hat sich in der Serviceredaktion das große Herz für die oftmals gar nicht so „kleinen Dinge“ vor der eigenen Haustür erhalten.