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5 Fakten zur Radionutzung im Ruhrgebiet

Veröffentlicht am 17.06.2015 in Media

5_Fakten_Radiowerbung.jpg„Ja es läuft so nebenbei…“, ist eine der häufigsten Antworten auf die Frage, wann zuletzt das Radio lief.

Viele von uns unterschätzen, wie intensiv der Radiowecker, das Radio in der Küche oder im Auto täglich im Einsatz sind. Das ändert sich oft, wenn wir darüber nachdenken, von wie vielen tragischen oder auch schönen Ereignissen wir zuerst im Radio gehört haben.

Viele haben z. B. von Michael Jacksons Tod 2009 in den Radiosendungen am nächsten Morgen gehört, in den vergangenen Wochen verbreitete sich die Nachricht von der Geburt einer kleinen englischen Prinzessin in den Radios ebenso schnell wie die Ankündigung des nächsten Bahnstreiks oder einem erneuten Erdbeben in Nepal.  

In diesem Blogpost gebe ich Ihnen einen kleinen Einblick „hinter die Kulissen“ der Radiosender im Ruhrgebiet mit einigen überraschenden Zahlen.

Die Einschaltquoten für Radiosender sind bestens erforscht und werden für die Redaktionen monatlich aktualisiert. Die Radiomacher bekommen dabei sowohl quantitative Daten (z. B. Wie viele Menschen schalten wann und wie lange ein?) als auch qualitative Ergebnisse (z. B. Wem gefällt was im Programm? Was sind die Einschaltgründe, wann schalten die Hörer um?).

1. Die Verweildauer

Die Menschen im Ruhrgebiet hören jeden Tag im Durchschnitt deutlich länger Radio als sie sich abends einen Spielfilm mit Überlänge anschauen, es sind jeden Tag 170 Minuten! Für viele Hörer ist dabei ein Wert weit über der 3-Stunden Marke keine Seltenheit. Je höher die Verweildauer ist, die die durchschnittliche tägliche Hördauer in Minuten beschreibt, desto spannender und interessanter bewerten die Hörer das Programm. 

2. Hörer gestern

Der Wert ist die wichtigste „Währung“ für Redaktionen, es  werden alle Hörer gezählt, die den betreffenden Sender am gestrigen Tag mindestens 15 Minuten eingeschaltet haben. Hier spielen die Radios im Ruhrgebiet einen großen Standortvorteil aus. Sie sind DIE lokale Größe in ihrer Stadt, im Durchschnitt erreichen die Sender eine Quote von über 30 %. In vielen Städten wie z. B. in Essen oder Bochum sind sie damit Marktführer vor allen Konkurrenzprogrammen.

3. Absolute Zahlen

Ein einsamer Radiomoderator allein im Studio erreicht eine beeindruckende Hörerkulisse in seiner Stadt. Der größte Sender im Ruhrgebiet ist Radio Essen, jeden Tag schalten 173.000 Hörer ein, gefolgt von Radio Duisburg mit 127.000 Hörern und Radio Bochum mit 115.000 Hörern.

Es gibt dabei zwei besonders wichtige Programmstrecken: Die mit Abstand meisten Hörer erreichen die Sender in den Morgenstunden zwischen 6 Uhr und 9 Uhr. Ein erneuter Anstieg der Reichweiten wird in den späten Nachmittagsstunden ab 16 Uhr gemessen. Im Ruhrgebiet ist das die Zeit, in der zehntausende Pendler wieder nach Hause fahren und sich im Radio informieren, was in ihrer Stadt über den Tag passiert ist.         

4. Radiothemen - Mit Musik und ausgewählten Inhalten überzeugen

Warum schalten Sie das Radio ein? Für 70% aller Befragten ist die Musik der wichtigste Grund zum Einschalten. „Die meisten Menschen nutzen das Radio nach wie vor auf der Suche nach Entspannung. Am Morgen spielt sicher auch das Bedürfnis zu erfahren, was sich in der Welt getan hat eine besondere Rolle. Hier sind besonders die Nachrichten und Servicebreaks hervorzuheben", sagt Radio-Programmberater Thomas Rump. Die Redaktionen wählen die wichtigsten Themen des Tages aus, unabhängig davon, ob Sie sich im Heimatort oder irgendwo in Europa ereignet haben, die Relevanz zählt: „Entscheidend ist nicht was lokal passiert, sondern was lokal interessiert“, so Rump.

Das wird von Hörern teilweise unbewusst aber sehr genau bewertet. Je länger die Wortstrecken im Programm sind, je größer und damit unspezifischer die Themenfülle in einem Radioprogramm ist, desto eher schalten die Hörer zu einem Sender um, der einfach nur Musik spielt.   

5. Stimmung im Programm - zwei Faktoren für den Erfolg

Marktforscher ermitteln neben den nachgefragten Inhalten auch das Lebensgefühl und die Erwartungen der Hörer, wenn sie das Radio einschalten. Zwei Ergebnisse sind der Gradmesser für erfolgreiches Programm: Hörer suchen in erster Linie Entspannung. Wer an die nahezu minütlich gleiche Alltagsstruktur seines Morgens vom Aufstehen, Zähneputzen, Frühstücken bis zur Autofahrt ins Büro denkt, findet sich hier sicher wieder. Zwischendurch Musik hören bedeutet dazu Stressabbau, der eigene Radiosender bietet dazu oft ein verlässliches „Hier bin ich zu Hause“–Gefühl.

Der zweite Faktor ist gute Laune. Hörer erwarten - vor allem von den Morgenmoderatoren - dass sie „mit einem positiven Gefühl in den Tag geschickt werden“.                

Diese beiden Bereiche schätzen Marktforscher und Programmberater oft sogar höher ein als die eigentlichen Programminhalte. 

Und Sie..?

Am Ende habe ich noch zwei Tipps für Sie: Sollten Sie einmal von einem Marktforschungsbüro angerufen werden, die Sie zu Ihrer Radionutzung befragen möchten, dann nehmen Sie sich die Zeit. Sie unterstützen dabei nicht nur direkt Ihr Lieblingsradio, sondern erhalten auch einen spannenden Einblick was Radiomacher interessiert und können sich direkt zur Musik, zu Programmthemen und auch zu Moderatoren äußern.

Und dann achten Sie doch morgen mal darauf, wann Sie das erste Mal ein Radio einschalten und wie lange es über den Tag so läuft. Gut möglich, dass Sie überrascht sein werden…     

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verwendete Bilder: © aleksvf - Fotolia.com

Die genannten Zahlen nehmen Bezug auf die „E.M.A. 2015 I“.

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