Die Entscheidungen, die Sie heute für Ihr Unternehmen treffen, sind maßgebend für die Zukunft. Die Digitalstrategie wird auch für Autohäuser eine richtungsweisende Entscheidung sein.

Wenn Sie als (Auto-)Händler eine Positionierung für die nächsten 15 Jahre vornehmen wollen, wie gehen Sie vor? Investieren Sie voller Überzeugung in Ihre Digitalstrategie oder schauen Sie mal, was die Zukunft so bringt?

Die Entscheidungen, die Sie heute für Ihr Unternehmen treffen, sind richtungsweisend für die Zukunft, denn Sie weisen einige Besonderheit auf, die es so in den vergangenen Jahren nicht gab.

1. Kundenbedürfnisse ändern sich

Die heutige Generation Autohändler steht vor einer besonderen Herausforderung, die vielen auf den ersten Blick gar nicht bewusst ist. Sie ist die einzige Generation, die die Zeiten und Prozesse vor der Digitalisierung sowie den Beginn des Digitalzeitalters miterlebt hat.

Zudem sind auch nur von dieser einen Generation sowohl Kunden zu bedienen, die noch den klassischen Autokauf ohne Digitalisierung gewohnt sind als auch solche, die mit Internet, Smartphone und Alexa groß geworden sind.

Um sich zukunftsorientiert am Markt zu positionieren, muss heute also eine gut durchdachte Entscheidung getroffen werden. Die Digitalisierung eines Autohauses ist kein Projekt, das halbherzig, nebenbei und günstig funktioniert.

Die Bedürfnisse dieser beiden Kundengruppen zu vereinen, ist eine große Herausforderung und mit ein Grund, warum es für Händler kein Pauschalrezept für digitalen Erfolg gibt. Aber nichts, was Erfolg bringt, ist einfach. Sonst könnte es jeder.

2. Tradition ist nicht das Halten der Asche

Für diejenigen, die sich heute dafür entscheiden, die Digitalisierung nicht aus Überzeugung anzugehen und weiter an den Marketing-Maßnahmen der vergangenen Jahre festhalten oder ohne Strategie einfach mal ein paar Google-Klickpakete buchen, weil „man das eben so macht heute“, wird sich in nächster Zeit zeigen, dass die traditionsbewussten Kunden langsam aussterben.

Die Generation der Babyboomer (Jahrgänge 1945 – 65) hält den stationären Handel über Wasser. Ein Auto aus Gewohnheit so wie früher zu kaufen, das funktioniert heute noch. Doch was erwartet die Kundschaft von morgen?

Die heutigen Kinder sind Digital Natives; sie wachsen mit Tablet, Internet und Sprachsteuerung auf. Den Kontakt dazu stellen ihre Eltern oder Großeltern, und somit die Generation der Millenials (1980 – 1999) oder die Generation X (1965 – 1980), her.

Ein 30-Jähriger Interessent, der Ihr Autohaus nicht kennt und sich nur online informiert (und das wird er), verlässt sich auf Ihren digitalen Auftritt, Ihre Google-Bewertungen und Ihre Antwortzeit, wenn er online eine Anfrage an Ihr Unternehmen stellt.

Bereits die heute 30-Jährigen sind mit Internet, ICQ und Online-Shopping groß geworden. Viele werden es noch kennen, damals, als man sich entscheiden musste – telefonieren oder surfen. Beides gleichzeitig ging mit 56K-Modem meist nicht. Sie sind als junge Erwachsene auch mit Smartphone ins Berufsleben gestartet und erwarten, dass man Dinge online erledigen, moderne Webseiten besuchen und attraktive Angebote finden kann. Für diese und jüngere Generationen ist die Webseite Ihres Unternehmens das Aushängeschild, das einen Neukunden ansprechen muss.

In den USA ist es bereits zur Normalität geworden, Autos online zu kaufen. Selbst über Amazon ist das kein Problem. Einige Hersteller tauschen die klassische margenrelevante Kundenbefragung am Telefon als Kriterium zukünftig gegen die eingeholten Bewertungen bei Google aus.

3. Die Angst vor der Disruption kann die Zukunft kosten

Die Digitalentscheidungen der letzten Jahre haben lediglich darüber bestimmt, welche Position man als Händler im Markt einnimmt. Jetzt wird darüber entschieden, wer noch im Markt bleibt und wer ihn in den nächsten Jahren verlässt.

Die Digitalisierung ist ein Prozess im Autohaus, der sich nicht innerhalb eines Jahres vollumfänglich als funktionierendes Konstrukt etablieren lässt. Es ist ein Entwicklungsprozess.

Wichtig ist es daher, sich JETZT verbindlich zu entscheiden. Wer jetzt nicht konsequent die richtige Richtung einschlägt, wird die Konkurrenz nicht mehr einholen. Dazu ist der Prozess als Ganzes zu zeitintensiv und schlichtweg nicht ad-hoc umsetzbar.

Der Autor und Unternehmer Cay von Fournier hat diese Problematik einmal ganz passend zusammengefasst: „Es ist keine Frage mehr, ob Sie sich verändern müssen; die einzige Frage ist, ob Sie schnell genug sein werden!“

FAZIT

Und nun kehren wir nochmal zur Eingangsfrage zurück: Wenn Sie als Autohändler nun vor der Wahl stehen, eine Positionierung für die nächsten 15 Jahre vorzunehmen, wie werden Sie dies tun?Werden Sie voller Überzeugung in Ihre Digitalstrategie investieren oder schauen Sie mal, was die Zukunft so bringt? Die Antwort finden Sie selbst heraus!

Kathrin Kowolik

Von Kathrin Kowolik

Kathrin Kowolik arbeitet als Projektmanagerin Media Solutions für die Funke Media Sales NRW