Die Marke bekannter machen, neue Zielgruppen erschließen und die Position in der Region stärken und ausbauen. Sind das auch Ziele, die Sie für Ihr Unternehmen verfolgen? Na klar!

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Mit der Nutzung verschiedener Medien und dem Einsatz verschiedener Werbemittel und Werbeformen innerhalb eines Marketingmix können Sie diesen Zielen näher kommen. Ihre Marke soll sich schließlich in den Köpfen der Leute tief verankern.

Hierzu ist natürlich wichtig, dass es zum Kontakt mit der Marke kommt – so oft und so kontinuierlich wie möglich. Hierzu zählen Sicht- und Hörkontakt. Doch um Ihre Marke auch tatsächlich (be)greifbar zu machen, sind u. a. auch Give Aways ein Tool zum Erfolg – wenn Sie ein paar Dinge beachten…

Die Frage, was es zu beachten gibt, wenn es um Ihren nächsten Einkauf von Give Aways geht und vieles mehr hat mir Michael Gossling, Verkaufsleiter des Bottroper Werbemittelgroßhändlers Repac, beantwortet.

Interviewpartner: Michael Gossling

Michael Gossling ist Verkaufsleiter des Bottroper Werbemittelgroßhändlers Repac. Foto: Gossling

Herr Gossling, warum ist es für Unternehmen und Marken sinnvoll Give Aways einzusetzen?

Michael Gossling: “Das Give Away dient dazu auf ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen hinzuweisen und letztlich zur Kundenbindung. Es ist außerdem die Präsentation der Marke nach außen und kann die Konsumenten durch optische und haptische Reize mit dieser in Kontakt bringen.”

Was macht ein gutes Give Away aus und worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?

Michael Gossling: “Das Give Away sollte auf jeden Fall zunächst zum Unternehmen oder zur Marke passen. Hat ein Unternehmen z.B. die Außenwirkung preiswert zu sein, gibt aber teure Werbemittel an seine Kunden aus, dann passt das in der Außendarstellung nicht oder zumindest könnten die Kunden das so wahrnehmen: „Das Unternehmen verdient offenbar noch genug an mir, so dass die so etwas verschenken können“ so könnte die Wahrnehmung dann aussehen, was dann eher Unzufriedenheit schürt. Das möchte keiner.

Für Werbemittel wird Geld ausgegeben, um in Erinnerung zu bleiben. Das erreicht man, umso häufiger der Artikel benutzt wird oder umso toller die Nutzung ist (oder im Fall einer Tafel Schokolade: war ) und desto größer ist auch der Nutzen und das macht ein gutes Give Away aus. Der Nutzen steht immer im Vordergrund! Und so können immer und immer wieder optische und haptische Reize geschaffen werden.”

Begehren auslösen

Michael Gossling: “Ein Give Away muss Begehren auslösen. Einen Zusatznutzen bieten, ein tolles Design oder technische Raffinesse haben. Da es große Unterschiede in den Qualitäten gibt, sollte man darauf achten, dass es qualitativ zumindest „einigermaßen“ vernünftig daherkommt, da man sonst mit seiner Marke eher negativ in Erinnerung bleibt. Und jeder Unternehmer oder Marketingverantwortliche, der sich mit der Anschaffung eines Give Aways auseinandersetzt, sollte sich immer selbst den Spiegel vorhalten und sich fragen: Würde ich mich über dieses Give Away freuen?”

Einen Wiedererkennungswert erschaffen

Michael Gossling: “Der Wiedererkennungswert eines Give Aways ist auch nicht zu unterschätzen. Bekommt ein Besucher auf einer Messe eine schöne Umhängetasche, die gut aussieht oder besonders praktisch ist, werden andere Besucher gezielt danach suchen, an den Stand kommen und mit einer tollen Tasche, vielleicht weiterführenden Informationen und letztlich bestimmt mit einem positiven Gefühl die Marke mit nach Hause nehmen.

Situativ entscheiden

Die Situation ist aber auch entscheidend: In der Erkältungszeit sind Taschentücher sicherlich sehr beliebt und so mancher würde sie dann bestimmt auch einem Kugelschreiber o. Ä. vorziehen, was in einer anderen Situation wieder anders sein kann.Wenn man sie vorab eingrenzen kann, was im B2B Bereich definitiv einfacher ist, sollte die Zielgruppe vor Einkauf eines Give Aways bestimmt werden: Selfie-Sticks auf der Seniorenmesse zu verteilen käme, um es mal überspitzt darzustellen, sicherlich nicht so besonders gut an – weil der Nutzen und somit das Begehren fehlt.”

Welchen Trend beobachten Sie beim Vertrieb von Give Aways?

Michael Gossling: “Der Trend geht ganz klar immer mehr in Richtung Elektronik. In der Vergangenheit wurden oft Feuerzeuge oder Flaschenöffner als Werbemittel benutzt. Durch Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung ist das heute aber oft verpönt.

Auch Kalender werden immer weniger eingesetzt, da Unternehmen oft der Meinung sind, dass diese in Zeiten von Smartphones nicht mehr benötigt werden. Aber weit gefehlt: Jeder möchte doch gerne im Büro einen Kalender an der Wand hängen haben. Somit ist der Fortschritt nicht immer Vorteil für den Konsumenten, denn solche Give Aways werden mittlerweile seltener eingekauft und ausgegeben. Das Thema sollte in den Unternehmen genauer hinterfragt werden, wenn es darum geht, welche Werbemittel zukünftig vielleicht nicht mehr eingekauft werden, um nicht in die Falle zu tappen etablierte und gern genommene Give Aways zu verbannen.”

Welche Give Aways sind aktuell Standard?

Michael Gossling: “Ich mache den Job jetzt seit 14 Jahren und seit jeher verkaufen wir immer noch Lanyards, auch Schlüsselbänder genannt. Das ist, genauso wie ein Kugelschreiber, ein Dauerläufer. Davon gibt es noch viele weitere Beispiele.

Aber um zum Thema Technik zurück zu kommen: Es gibt nach wie vor auch ein großes Interesse an USB Sticks. Diese sind über die Jahre ja in den Kapazitäten weiter und weiter gewachsen und daher immer wieder gerne genommen. Mittlerweile sind USB Sticks aber nicht mehr nur noch in der ursprünglichen Form erhältlich, sondern können auch nach Kundenwünschen individuell hergestellt werden, so dass außergewöhnliche Formen entstehen, die z.B. das eigentliche Produkt der Marke oder des Unternehmens darstellen.”

Begehrte Give Aways

Michael Gossling: “Powerbanks, diese mobilen Lade-Akkus für z.B. Smartphones, haben seit dem letzten Jahr einen Boom ausgelöst. Auch Selfie-Sticks dürfen natürlich nicht fehlen – Genau so wenig wie jegliche Bluetooth Artikel. Generell wird Zubehör für mobile Geräte jetzt immer gern gewählt. Das Handy und Smartphone hat vielen Artikeln einen großen Marktanteil genommen, da diese Geräte einfach vieles ersetzen, z.B. Reisewecker, Telefonregister, Taschenkalender, Taschenlampe und sogar Schminkspiegel.

In den letzten zwei Jahren sind außerdem Artikel mit gummierten Softtouch-Oberflächen stark im Kommen, z.B. bei der Beschaffenheit von Kugelschreibern. Noch vor einigen Jahren war es hier der „gefrostete“ und später der transparente Look. Neben dem technischen Fortschritt ist auch Nachhaltigkeit immer mehr ein Thema.

So wünschen Unternehmen jetzt oft Produkte aus nachhaltigen Materialien oder verantwortungsbewusster Herstellung, um sich so ihren Kunden auch als umwelt- und verantwortungsbewusst darzustellen. Oft scheitert es hier jedoch dann am Ende am Preis, da diese im Vergleich zu “normalen” Artikeln meist teurer sind.”

Wie finde ich die richtige Idee für ein passendes Give Away?

Michael Gossling: “Die Idee ist letztlich immer projekt- und zielgruppenabhängig. Man muss aber schon auch den Markt und die Neuheiten kennen, um genau abwägen zu können, was genau zur Zielgruppe und zum Einsatz passt – Eher etwas Klassisches oder etwas Trendiges? Und was stellt in dem Zusammenhang dann auch die Marke oder das Unternehmen passend dar? Hier sollte man sich fachkundige Beratung suchen.

Am besten bei einem Werbemittelgroßhändler, denn der hat das Know-how, besucht spezielle Messen und wälzt Kataloge, um immer „up to date“ zu sein. Er hat auch die Erfahrungen, für wen was am besten funktioniert und was gar nicht. Außerdem kann er Empfehlungen geben, auch im Hinblick auf das zur Verfügung stehenden Budget und den Einsatzzweck.

Auch sein Blick von außen kann hier zusätzlich hilfreich sein, denn Unternehmen bewegen sich im Alltagsgeschäft ja meist nur innerhalb Ihres Branchenumfeldes. Da wird man auf gewisse Art und Weise auch schon mal „betriebsblind“ – ganz normal – und das kann die Ideenfindung hemmen oder zumindest stark einschränken und es kommt eventuell zu Fehlkäufen.”

Worin bestehen die Unterschiede zwischen Give Aways für den B2B und B2C Bereich?

Michael Gossling: “Im B2B Bereich wird für ein Give Away meist mehr Geld ausgegeben. Hiermit sollen ja z.B. Geschäftspartner oder potentielle Kunden auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden. Dafür werden aber kleinere Stückzahlen abgenommen. Der Nutzen steht bei diesen Artikeln absolut im Vordergrund und sie sind zielgruppenspezifischer, was bei Empfängern, die man kennt oder einschätzen kann, auch wesentlich einfacher ist.

Im B2C Bereich werden hauptsächlich „Streuartikel“ verwendet. Diese kosten pro Stück meist nur ein paar Cent bis zu wenigen Euro. Unternehmen investieren hier weniger Geld pro Artikel, da auf Grund der Masse ein hoher Streuverlust entsteht und man einen Artikel finden muss, der günstig – wegen der großen Menge – und zugleich auch massenkompatibel ist.”

Zu guter Letzt, Herr Gossling, was darf ein gutes Give Away kosten?

Michael Gossling: “Das kann man so pauschal nicht beantworten. Ein gutes, preiswertes Feuerzeug oder ein Kugelschreiber wird über Monate benutzt. Eine hochwertige Schokolade kann sich dagegen in 1 Minute als Werbeträger sozusagen „erledigt“ und dennoch wunderbar funktioniert haben.

Wichtig ist, dass das Give Away für den Empfänger einen Nutzen hat, der sich bei positivem Erleben auch positiv einprägt. Es gibt gute Artikel zu besonders günstigen und auch zu teureren Preisen, es gibt aber auch schlechte Artikel, die z.B. nur auf Grund eines namhaften Herstellers oder einer Marke teuer sind.

Aber hat ein Kugelschreiber eine schlechte Miene oder sieht unschön aus, verschwindet er für immer in der Schublade oder wird im schlechtesten Fall gleich ganz entsorgt. Egal, ob günstig oder teuer, Marke oder nicht. Die Investition kann man sich dann auch gleich sparen, denn die Marke ist so nicht sehr lange in der Reichweite des Konsumenten und hinterlässt womöglich auch noch einen negativen Eindruck.

Wenn die Wahl auf einen hochpreisigeren, aber sehr guten Artikel gefallen ist, empfehle ich lieber etwas kleinere Stückzahlen zu kaufen, als am Ende an der Qualität zu sparen, wenn keine günstigere, gleichwertige Alternative zu bekommen ist. Das Give Away wird dann einfach sehr viel häufiger und länger im Einsatz sein – Lieblingsbeispiel Kugelschreiber – und in Summe, trotz geringerer Stückzahl, mehr Kontakte zu Konsumenten generieren, als eine doppelt so hohe Menge eines Give Aways, das schlechter ist und nach maximal einer Nutzung ausrangiert wird.”

Vielen Dank Herr Gossling für das interessante Gespräch und die wertvollen Tipps!

Mein Fazit: Zusammenfassend zur Frage, was es zu beachten gibt, wenn es um die Auswahl der nächsten Give Aways geht, kann ich festhalten, dass nicht vorrangig der Preis das Maß der Dinge ist.

Ein Give Away muss in der Zielperson ein Begehren auslösen und ihr einen direkten Nutzen bieten – Dann funktioniert das Give Away!

Neuen Trends zu folgen ist wichtig und richtig, jedoch sollten Sie genau abwägen, welches Give Away zu Ihrem Unternehmen sowie Ihrer Zielgruppe passt und manches Mal auch einfach an Altbewährtem festhalten, wenn es noch einen guten Nutzen bietet.

Katharina Schott

Von Katharina Schott

Katharina Schott arbeitet seit 2010 als Mediaberaterin beim Lokalfunksender Radio Essen.